„Kein faires Verfahren“ – Jugendring kritisiert erneute Ablehnung der Förderung

Stellungnahme des Jugendrings Wartburgkreis zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 18.03.2026

Mit großer Verärgerung und Unverständnis reagiert der Jugendring Wartburgkreis auf die erneute Ablehnung der Förderung der Jugendverbandsarbeit für das Jahr 2026 durch den Jugendhilfeausschuss.

„Wir mussten hilflos dabei zusehen, wie über die Zukunft unseres Verbandes entschieden wurde – ohne Rederecht und ohne die Möglichkeit, unseren Antrag zu erläutern“, erklärt Tobias Dietzel, Vorstandsmitglied des Jugendrings. „Das ist aus unserer Sicht kein faires Verfahren.“

Besonders kritisch bewertet der Jugendring, dass zentrale Inhalte und Erläuterungen zum Förderantrag nach eigener Einschätzung nicht ausreichend Teil der Entscheidungsgrundlage waren. „So entsteht der Eindruck, dass keine vollständige fachliche Abwägung stattgefunden hat“, so Martin Hildebrandt, ebenfalls Vorstandsmitglied des Jugendrings.

Bereits im zweiten Jahr in Folge wird dem Jugendring damit die Förderung verwehrt – obwohl Jugendverbände und ihre Zusammenschlüsse nach § 12 SGB VIII ausdrücklich gefördert werden sollen.

„Hier wird aus unserer Sicht ein grundlegender Unterschied nicht ausreichend berücksichtigt: Jugendverbandsarbeit ist keine Parallelstruktur, sondern selbstorganisierte Interessenvertretung junger Menschen“, betont Charlie Morgenweck, Geschäftsführender Bildungsreferent des Jugendrings. „Wer diese Strukturen nicht stärkt, schwächt langfristig Beteiligung und Engagement.“

Der Jugendring kritisiert zudem die grundsätzliche Entwicklung im Wartburgkreis: „Wir erleben seit längerem, dass die Bedeutung von Jugendverbandsarbeit infrage gestellt wird. Das ist ein falsches Signal an die vielen ehrenamtlich engagierten jungen Menschen im Landkreis.“

Besonders deutlich wird dies aus Sicht des Jugendrings in der aktuellen Debatte: „Wenn ernsthaft behauptet wird, der Jugendring habe in den letzten Monaten nichts geleistet, wird das Engagement vieler junger Menschen schlicht übergangen“, so Anja Neumann, ebenfalls Vorstandsmitglied. „Trotz ausbleibender Förderung wurden weiterhin Projekte umgesetzt, Veranstaltungen begleitet und Vereinsarbeit geleistet.“

Unverständlich bleibt zudem, dass die Entscheidung für 2026 getroffen wurde, obwohl das Widerspruchsverfahren zur Förderung 2025 noch nicht abgeschlossen ist.

„Hier wird eine Entscheidung getroffen, obwohl zentrale rechtliche Fragen noch offen sind“, so Tobias Dietzel.

Der Jugendring Wartburgkreis kündigt an, sich weiterhin entschieden für die Stärkung der Jugendverbandsarbeit einzusetzen. „Wir werden nicht akzeptieren, dass selbstorganisierte Jugendstrukturen schrittweise zurückgedrängt werden“, so Charlie Morgenweck. „Jugend braucht eine starke, unabhängige Stimme – auch im Wartburgkreis.“

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung