Junge Menschen bewegen – Eine nachhaltige Mobilitätswende für alle!

Der Jugendring-Wartburgkreis unterstützt die Positionen des DBJR zum Thema Mobilität.

Mobilität als Schlüssel für die Entwicklung und Bildung junger Menschen

Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für Inklusion, Selbstbestimmung, Emanzipation und Partizipation aller jungen Menschen. Die Möglichkeit, sich eigenständig fortbewegen zu können und dabei über Anlass, Ort, Zeit, und Verkehrsmittel selbst zu entscheiden, ist sowohl ein wichtiger Entwicklungsschritt, als auch die Voraussetzung für ihre gesellschaftliche Teilhabe. Alltagswege zur Schule, zum Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, Studium oder zu Freizeitaktivitäten, zum Treffen von Freund*innen und Familienmitgliedern sind hierbei ebenso von Bedeutung wie Reisen oder Wohnortwechsel.

Stärker als für alle anderen Bevölkerungsgruppen ist Mobilität für Kinder und Jugendliche ein Schlüssel für Bildung, neue Erfahrungen und die Entwicklung ihrer Kompetenzen. Räumliche Mobilität ist hierbei die Voraussetzung für soziale Mobilität. Ohne Fortbewegung gibt es auch keine gesellschaftliche Bewegung im Sinne des Abbaus von Benachteiligung und Ermöglichung von sozialem Aufstieg.

Viele Grund- und Menschenrechte würden ohne die Möglichkeit von Mobilität ins Leere laufen. Gleichwohl haben Kinder und Jugendliche nicht die gleichen Rechte und Chancen mobil zu sein wie Erwachsene. So können sich junge Menschen – bis zu einem gewissen Alter – ihren Wohnort nicht selbst aussuchen. Oder sie haben nur einen geringen Einfluss auf die sozio-ökonomische Situation in ihrem Lebensumfeld und damit auf die Ausgaben, die für ihre Mobilität zu Verfügung stehen. Darüber hinaus sind junge Menschen bis zu einem bestimmten Alter auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Fuß- oder Fahrradwege bzw. den Shuttledienst ihrer Eltern angewiesen. Gleichzeitig werden sie kaum in politische Entscheidungsprozesse einbezogen, welche ihre Mobilität betreffen.

Jugendverbandsarbeit als Anlass für Mobilität junger Menschen

Um an den außerschulischen Aktivitäten der Jugendverbände teilzunehmen, ist Mobilität zwingend notwendig. Gruppenstunden, Ferienfreizeiten, Jugendreisen und Schulungen für Jugendleiter*innen ermutigen junge Menschen sich fortzubewegen, ihre eigenen Freiräume zu entdecken, zu erleben und zu gestalten. Dabei reicht die Spanne unterschiedlicher Mobilitäten von kurzen Wegen zur Gruppenstunde bis zum grenzüberschreitenden Verkehr auf Maßnahmen der Internationalen Jugendarbeit. Nicht nur für Teilnehmer*innen an den Aktivitäten, sondern auch für junge Leiter*innen bzw. haupt- und ehrenamtliche Amtsträger*innen gehört der gemeinsame Austausch an unterschiedlichen Orten zur täglichen Arbeit in den Jugendverbänden. Digitale Mobilität kann die Vernetzung vor Ort sinnvoll ergänzen, wird aber den unmittelbare Begegnung zwischen jungen Menschen nicht ersetzen.

In Jugendverbänden organisieren sich junge Menschen selbst und vertreten ihre Interessen, wozu eine klimaneutrale, umweltfreundliche und solidarische Gesellschaft gehört. Ein jugendgerechtes und zukunftsfähiges Miteinander wird von und durch junge Menschen partizipativ gestaltet und orientiert sich an Bedarfen von Ehrenamtler*innen. Unser Gesellschaft muss für Heranwachsende gesund und sicher organisiert sein und internationale Vernetzung ermöglichen.

Diese Kriterien, für eine ökologische, soziale, partizipative, gesunde, sichere, ehrenamtsfreundliche und internationalen Mobilität können nicht getrennt voneinander betrachtet und umgesetzt werden. Diesen legen wir unsere Forderungen für eine umfassende Verkehrswende zu Grunde – für alle jungen Menschen.

„Deutschland-Ticket“ entgeltfrei in die Juleica integrieren

Als Jugendverbände und Jugendring fordern wir zunächst die bundesweite, entgeltfreie Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendarbeit (Jugendleiter*innen), die Inhaber*innen einer gültigen Jugendleiter*innencard (Juleica) sind.  Hierzu sind die derzeitigen Leistungen des „Deutschland-Tickets“ in die Juleica zu integrieren und von Bund und Ländern dauerhaft und vollständig zu finanzieren.

Ein Recht auf entgeltfreie Nutzung von allen Bussen, Fähren und Bahnen im ÖPNV erleichtert Jugendleiter*innen ihr ehrenamtliches Engagement, erkennt dieses an, baut Bürokratie ab und ist ein Mittel im Kampf gegen die Klimakrise. Gleichzeitig wird die Attraktivität und Bekanntheit der Juleica als bundeseinheitlicher Ausweis und Berechtigungsnachweis weiter gestärkt. Außerdem wird der Einstieg in eine Mobilitätswende beschleunigt.

Die Einführung des Deutschlandtickets war im Sinne der Mobilitätswende und stellt eine tarifpolitische Revolution dar. Es überwindet die Tarifgrenzen von über 60 Verkehrsverbünden und erleichtert vielen Menschen den Zugang zum öffentlichen Personennahverkehr. Vorerst gilt es deshalb, die Finanzierung des Deutschlandtickets zukünftig auf Dauer sicherzustellen und auszubauen. Dazu muss der ÖPNV vor allem in den ländlichen Räumen ausgebaut und gestärkt werden.

Die entgeltfreie Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs für Inhaber*innen einer gültigen Jugendleiter*innencard aufgrund ihres wichtigen Beitrags zur gesellschaftlichen Teilhabe in einem nächsten Schritt auf alle jungen Menschen ausgeweitet werden sollte.

Foto von Tomi Vadász auf Unsplash

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung